Ida Karlsson

Kennen Sie Ihre Risiken?

27 Februar 2026

Ein Aufsichtsbericht der schwedischen Arbeitsschutzbehörde (Arbetsmiljöverket) im Dezember weist auf Mängel bei der systematischen Arbeitsschutzarbeit kleinerer Werkstattunternehmen hin, insbesondere bei der Untersuchung, Bewertung und Dokumentation von Risiken. Lesen Sie den Bericht und überlegen Sie gleichzeitig, wie es Ihnen an Ihrem Arbeitsplatz bei der Risikobewertung geht, sowohl für Ihren eigenen Arbeitsplatz und Ihre Mitarbeiter als auch für die Mitarbeiter einer Fremdfirma, die zu Ihnen kommen, um Arbeiten auszuführen.

Umfangreiche Inspektionen 2022–2024 

Hintergrund ist eine mehrjährige Maßnahme, bei der das schwedische Arbeitsmiljöverket (schwedische Arbeitsschutzbehörde) 2.161 Inspektionen und Nachkontrollen an 1.343 Arbeitsplätzen durchgeführt hat, die zwischen April 2022 und Dezember 2024 durchgeführt wurden. Die inspizierten Unternehmen beschäftigten 5 bis 100 Mitarbeiter. Das Ergebnis zeigt, dass etwa 80 Prozent der Arbeitsplätze (1.075) Inspektionsmeldungen mit Anforderungen an Arbeitsschutzmaßnahmen erhielten. Insgesamt wurden über 4.800 Anforderungen gestellt, von denen etwa die Hälfte an die Regeln für systematische Arbeitsschutzarbeit gekoppelt waren. 

Hauptmängel: Risikobewertung 

Die schwedische Arbeitsschutzbehörde (Arbetsmiljöverket) weist darauf hin, dass sie die meisten Mängel bei der Untersuchung und Bewertung von Risiken sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Gesundheitsschäden und Unfällen festgestellt haben. Eine wiederkehrende Abweichung sind Risikobewertungen vor Arbeiten, die bei externen Kunden durchgeführt werden, z. B. Wartungsarbeiten an einer Industrieanlage. Deshalb richtet sich die Inspektion besonders an Unternehmen, die sowohl eine eigene Werkstatt betreiben als auch regelmäßig beim Kunden im Außendienst arbeiten, beispielsweise bei Maschinenreparaturen oder Baustellenarbeiten. 

Maschinensicherheit und ältere Geräte 

Neben SAM wurden u. a. auch Maschinen, Vibrationsarbeiten, Hebehilfen/Ergonomie sowie chemische und physikalische Risiken untersucht. Die Bemühungen zeigen Mängel bei der Maschinensicherheit, die laut Arbetsmiljöverket (schwedische Arbeitsschutzbehörde) teilweise damit zusammenhängen, dass viele kleinere Werkstattunternehmen ältere Maschinen verwenden, die oftmals nicht über den Schutz verfügen, den neuere CE-gekennzeichnete Maschinen bieten. Während des Einsatzes wurde ein Verbot für zwölf Maschinen ausgestellt, für die keine Zulassung bestand. 

Was bedeutet das für die Branche?

Die Botschaft des Berichts lautet, dass Verfahren erforderlich sind, die im Alltag funktionieren, auch wenn die Arbeitsplätze an andere Arbeitsplätze verlagert werden. Für Industrieunternehmen und Zulieferer wird dies auch eine geschäftliche Frage: klare Risikobewertungen, Ordnung in der Maschinensicherheit und eine lebendige systematische Arbeitsschutzarbeit reduzieren sowohl das Unfallrisiko als auch Produktionsstörungen.

Den vollständigen Aufsichtsbericht finden Sie hier: Bericht über Aufsichtsaktivitäten – Ein sicheres Arbeitsleben Nullvision Kleinere Werkstätten

Neugierig auf Risiken und Europa?

Die ersten Ergebnisse der europäischen Unternehmensumfrage ESENER 2024 von EU OSHA zeigen, dass psychosoziale Risiken häufig auftreten. Gleichzeitig sind die Unterschiede zwischen Branchen, Ländern und Organisationsgrößen erheblich. Wenn Sie mehr wissen möchten, können Sie das interaktive Datenvisualisierungstool von ESENER nutzen, indem Sie die Ergebnisse nach Stoff und Diagrammtyp filtern und Statistiken nach Sektor, Unternehmensgröße und Land erstellen.

Weitere Informationen finden Sie hier: Arbeitsplatzrisiken in Europa untersuchen: Datenvisualisierung für Esener 2024 | Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz EU-OSHA